
Kurzantwort: Online-Fortbildungen können für DGKP, Pflegefachassistenz (PFA) und Pflegeassistenz (PA) eine sinnvolle Möglichkeit sein, berufliches Wissen zu aktualisieren und Fortbildungsstunden zu dokumentieren. Eine pauschale Anerkennung jedes Onlinekurses gibt es jedoch nicht. Entscheidend sind insbesondere der fachliche Bezug, ein nachvollziehbarer Zeitumfang und eine aussagekräftige Fortbildungsbestätigung.
Zwischen Dienstplan, Familie und Schichtarbeit ist eine Präsenzveranstaltung nicht immer leicht unterzubringen. Digitale Lernangebote schaffen mehr zeitliche Flexibilität. Vor der Buchung sollte aber klar sein, ob Inhalt, Umfang und Nachweis zur eigenen Berufsgruppe und beruflichen Tätigkeit passen.
Was verlangt das GuKG?
Das österreichische Gesundheits- und Krankenpflegegesetz verpflichtet Pflegepersonen zur regelmäßigen Fortbildung:
- DGKP: mindestens 60 Stunden innerhalb von jeweils fünf Jahren nach § 63 GuKG.
- Pflegeassistenzberufe: mindestens 40 Stunden innerhalb von jeweils fünf Jahren nach § 104c GuKG.
Die genannten Bestimmungen beschreiben außerdem den fachlichen Zweck: Fortbildungen sollen über neue Entwicklungen und Erkenntnisse informieren oder bereits erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten vertiefen. Über den Besuch ist eine Bestätigung auszustellen.
Wichtig: Die Paragrafen schreiben kein bestimmtes Lernformat vor. Sie enthalten aber auch keine pauschale Zusage, dass jedes beliebige Online-Angebot automatisch berücksichtigt werden kann. Daher sollte immer das konkrete Angebot geprüft werden.
Woran erkennen Sie eine geeignete Online-Fortbildung?
Eine professionell aufgebaute Online-Fortbildung macht vor der Buchung transparent, was Sie lernen, wie lange die Bearbeitung dauert und welchen Nachweis Sie erhalten.
1. Klare Zielgruppe
Aus der Kursbeschreibung sollte hervorgehen, ob sich das Angebot an DGKP, PFA, PA oder mehrere Berufsgruppen richtet. Eine klare Zielgruppe erleichtert die Beurteilung, ob der Inhalt zum eigenen Berufsbild passt.
2. Nachvollziehbare Lernziele
Gute Lernziele beschreiben konkret, was Teilnehmende nach Abschluss wissen oder anwenden können. Allgemeine Werbeaussagen wie „mehr Sicherheit im Beruf“ reichen dafür nicht aus.
3. Transparenter Stundenumfang
Prüfen Sie, wie viele Fortbildungsstunden ausgewiesen werden und wie der Umfang zustande kommt. Bei Selbstlernformaten können beispielsweise Lernmodule, Fallbeispiele, Übungen und Wissenstests Teil der Bearbeitungszeit sein.
4. Fachlich nachvollziehbare Inhalte
Thema und Inhalt sollten einen erkennbaren Bezug zur Gesundheits- und Krankenpflege beziehungsweise zur eigenen Tätigkeit haben. Achten Sie auf eine übersichtliche Gliederung, aktuelle Quellen und die fachliche Qualifikation der Vortragenden oder Autor:innen.
5. Aussagekräftige Bestätigung
Vor der Teilnahme sollte feststehen, dass nach erfolgreichem Abschluss eine Fortbildungsbestätigung ausgestellt wird. Diese sollte zumindest Name, Kurstitel, Veranstalter, Datum und bestätigten Stundenumfang enthalten.
Online-Fortbildungen für die Pflege entdecken
Informieren Sie sich über Themen, Lernumfang und Abschlussnachweise der verfügbaren Angebote und wählen Sie eine Fortbildung, die zu Ihrer beruflichen Praxis passt.
Live-Webinar oder Selbstlernkurs?
Online-Fortbildung kann unterschiedlich organisiert sein. Beide Formate haben Vorteile:
| Format | Vorteile | Darauf achten |
|---|---|---|
| Live-Webinar | Fester Termin, direkte Fragen, Austausch mit Vortragenden | Anwesenheitsnachweis, Technik, Termin im Dienstplan |
| Selbstlernkurs | Freie Zeiteinteilung, eigenes Lerntempo, wiederholbare Inhalte | Ausgewiesene Bearbeitungszeit, Lernkontrolle, Abschlussbestätigung |
| Kombiniertes Format | Flexible Lernphasen plus fachlicher Austausch | Gesamtumfang und Voraussetzungen der einzelnen Teile |
Welches Format besser passt, hängt vom Lernziel ab. Für neue praktische Fertigkeiten kann ein Präsenzanteil oder eine angeleitete Übung sinnvoll sein. Wissensbasierte Themen lassen sich häufig gut digital bearbeiten.
Checkliste vor der Buchung
- Ist die angesprochene Berufsgruppe eindeutig genannt?
- Sind Lernziele und Inhalte konkret beschrieben?
- Ist der Stundenumfang transparent ausgewiesen?
- Werden Fachautor:innen oder Vortragende genannt?
- Sind Quellen beziehungsweise Aktualisierungsstand erkennbar?
- Gibt es Übungen, Fallbeispiele oder eine Lernkontrolle?
- Wird eine Fortbildungsbestätigung ausgestellt?
- Ist vorab klar, welche Daten auf der Bestätigung stehen?
- Funktioniert der Kurs auf Ihrem bevorzugten Gerät?
- Gibt es bei technischen Problemen eine Kontaktmöglichkeit?
So dokumentieren Sie absolvierte Online-Fortbildungen
Speichern Sie die Fortbildungsbestätigung direkt nach dem Abschluss. Zusätzlich empfiehlt sich eine persönliche Übersicht mit folgenden Angaben:
- Titel und Thema der Fortbildung,
- Datum des Abschlusses,
- bestätigte Stunden,
- Anbieter beziehungsweise Veranstalter,
- Zuordnung zum eigenen Fünfjahreszeitraum,
- Speicherort der digitalen Bestätigung.
Bewahren Sie digitale Nachweise nicht nur im Benutzerkonto eines Kursanbieters auf. Laden Sie die Bestätigung herunter und sichern Sie eine Kopie an einem Ort, auf den Sie langfristig zugreifen können.
Typische Fehler bei der Auswahl
Nur auf den Kurstitel achten
Ein passender Titel sagt noch wenig über Inhalt und Qualität aus. Lesen Sie Lernziele, Kapitelübersicht und Zielgruppenbeschreibung.
Punkte und Stunden verwechseln
Das GuKG nennt für die gesetzliche Fortbildungspflicht Stunden. Wenn ein Anbieter zusätzlich Punkte ausweist, sollte trotzdem klar sein, welcher Stundenumfang bestätigt wird.
Bestätigung erst nach der Buchung prüfen
Informieren Sie sich vorher, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Bestätigung ausgestellt wird. Bei manchen Formaten ist dafür ein Wissenstest oder die vollständige Bearbeitung aller Module erforderlich.
Fachlichen Bezug nicht hinterfragen
Nicht jedes interessante Thema ist automatisch eine beruflich passende Pflegefortbildung. Der Bezug zur eigenen Tätigkeit sollte nachvollziehbar sein.
Häufige Fragen zu Online-Fortbildungen in der Pflege
Werden Online-Fortbildungen laut GuKG anerkannt?
Die einschlägigen Bestimmungen des GuKG legen kein verpflichtendes Präsenzformat fest. Sie geben aber auch keine pauschale Anerkennung für jeden Onlinekurs. Maßgeblich sind das konkrete Thema, der berufliche Bezug, der Stundenumfang und die Bestätigung. Klären Sie Zweifelsfälle vor der Buchung mit der für Sie maßgeblichen Stelle.
Muss ein Onlinekurs einen Abschlusstest enthalten?
Die genannten GuKG-Paragrafen verlangen nicht ausdrücklich für jede Fortbildung einen Test. Eine Lernkontrolle kann jedoch die Nachvollziehbarkeit des Abschlusses und der aktiven Bearbeitung verbessern.
Kann ich alle erforderlichen Stunden online absolvieren?
Eine pauschale Antwort für jede Person und jedes Angebot ist nicht seriös. Prüfen Sie, ob die gewählten Themen und Lernformen zu Ihrem Berufsbild, Tätigkeitsbereich und Lernziel passen. Bei praktischen Inhalten kann ein angeleiteter Präsenzanteil sinnvoll oder erforderlich sein.
Muss ich Fortbildungen im Gesundheitsberuferegister eintragen?
Die persönliche Dokumentation der Fortbildungen bleibt unabhängig von der Registrierung wichtig. Bewahren Sie Ihre Bestätigungen vollständig auf und informieren Sie sich bei der Registrierungsbehörde über die jeweils aktuellen Möglichkeiten zur freiwilligen Eintragung.
Fazit: Flexibel lernen, sorgfältig auswählen
Online-Fortbildungen können Pflegepersonen dabei unterstützen, Lernen flexibel in den Berufsalltag zu integrieren. Entscheidend ist nicht allein das digitale Format, sondern die Qualität des konkreten Angebots: fachlicher Bezug, klare Lernziele, transparenter Stundenumfang und eine nachvollziehbare Bestätigung.
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung des GuKG im Rechtsinformationssystem des Bundes. Stand der inhaltlichen Prüfung: 1. September 2026.


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